Jugend UPDATE 50 Jahre Jugendfeuerwehr Kriftel - vom 23.06.2010, 09:14
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UPDATE Bilder 50 Jahre Jugendfeuerwehr Kriftel 19./20.06.2010
Bericht Gemeinde Kriftel:
Viele Familien, Grüppchen und Einzelpersonen strömten am Sonntagmorgen auf das Feuerwehrgelände an der Schulstraße. Sie wollten unter Kriftels Feuerwehrjugend sein, die an diesem Tag ihr 50-jähriges Bestehen feierte. So kam es, dass sich im Verlauf der Stunden Gelände und Gerätehaus zusehends füllten. Als dann die große Übung mit der Unfallrettung eines Verletzten einsetzte, war das Gelände nahezu „dicht“. So stark war das Interesse der Bevölkerung an ihrer engagierten Jugend.
Damit konnte gerechnet werden. Bei zurückliegenden „Spielen im Park“ war der Übungstag von Jugendfeuerwehr und Jugendrotkreuz auch stets sehr gut besucht gewesen. Die Arbeit in den Jugendabteilungen der beiden Hilfsorganisationen wird auch von der Gemeinde gefördert. Dahinter steht natürlich auch die Absicht, die Heranwachsenden für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr zu gewinnen. Der setzt dann ein, wenn sie 18 Jahre alt geworden sind und von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung wechseln dürfen. In Kriftel kommt das auch regelmäßig vor. Gemeindebrandinspektor Thomas Rieger kann daher feststellen: „Bei uns ist die Personallage gut“.
Die Initiative von Dieter Keil
Unter den Besuchern am Sonntag waren auch Bürgermeister Christian Seitz und der Erste Beigeordnete Franz Jirasek. Besonders im Blickpunkt stand Dieter Keil. Der ehemalige Fahrer und Maschinist der Wehr hatte 1959 mit der Gründung der Jugendfeuerwehr begonnen. Thomas Rieger schilderte, dass es „kein einfacher Start“ gewesen war. Erst 1960 hatte der Regierungspräsident in Darmstadt die Gründung offiziell genehmigt. In der Zeit war Fritz Pfeffer Ortsbrandmeister.
18 Mitglieder, viele Aktivitäten
Die Krifteler Jugendfeuerwehr war indessen von Anfang an beliebt: 24 Jungen machten gleich mit. Nach Dieter Keil wurde Otto Eschenbach der nächste Jugendfeuerwehrwart. Derzeit ist es Patrick Kilian. Unter seiner Führung treffen sich 18 Jugendliche im Alter von zehn bis 17 Jahren (darunter zwei Mädchen) an jedem Montag von 18 bis 20 Uhr am Feuerwehrhaus (außer in den Ferien). In der kalten Jahreszeit wird mehr theoretischer Unterricht erteilt. Den Sommer nutzt die Abteilung zu praktischen Übungen im Gemeindegebiet.
Wettkämpfe von Jugendfeuerwehren im Kreis bieten die Möglichkeit, die eigene Leistungsfähigkeit mit der von Nachwuchsorganisationen anderer Wehren zu vergleichen. Zum Ausbildungsprogramm der Jugend gehört der Umgang mit der Technik, die Brandbekämpfung wie auch das Bergen von Verletzten in Übungen. Wie sich Umfang und Art und Weise der Aufgaben der Einsatzabteilung erweitert und verändert haben, so wird natürlich auch die Arbeit mit der Jugend verändert und der Realität angeglichen.
Teamgeist
Den jungen Menschen Werte wie Teamgeist und Kameradschaft zu vermitteln, ist ebenfalls Teil der Jugendarbeit der Krifteler Wehr. Der Gemeinschaftsgeist wird auch in Spielabenden und bei Ausflügen oder Radtouren gefördert. Die Jugendfeuerwehr ist auch selbstbewusst und stolz auf ihr Leistungsvermögen: Das zeigt sie durch ihre Mitwirkung an den Ferienspielen, bei denen die Tage bei der Feuerwehr traditionell zu den beliebten Attraktionen zählen. Darüber hinaus hat ein neues Spiel die Jugendfeuerwehr seit einigen Jahren in der Gemeinde „gepackt“: Das Entenrennen des Lions-Clubs Hattersheim-Kriftel. In diesem Spiel können die kleinen Plastikenten im Schwarzbach von Kriftel bis nach Hattersheim schwimmen.
Wegen des Nachwuchsmangels in anderen Wehren denkt man auch in Kriftel daran, das Eintrittsalter auf sechs Jahre zu senken. Das ist seit etwa eineinhalb Jahren offiziell erlaubt. In einigen Wehren gibt es bereits eine sogenannte „Bambini-Feuerwehr“. „Wir sind da auch dran“, erklärt Patrick Kilian. Einen konkreten Termin für die Gründung einer solchen Gruppe gibt es aber bislang nicht.
Seitz: Schöner Anlass
Bürgermeister Christian Seitz dankte den Jungen und Mädchen in der Jugendfeuerwehr für ihre Bereitschaft, am Gemeinwohl in der Gemeinde aktiv teilzunehmen. Ein schöner Anlass sei dieses Jubiläum, sich einen Tag besonders der Jugend in der Feuerwehr der Gemeinde zu widmen. Seitz wies auch auf die weiteren Entwicklungsstufen hin, die sich den Mitgliedern der Feuerwehr in Kriftel böten: Nach Jugend- und Einsatzabteilung sorgt die Alters- und Ehrenabteilung dafür, dass man weiter zusammen bleibt. Der Umgang untereinander und auch der mit den Erwachsenen in der Wehr erzeuge Familiencharakter.
Seitz dankte auch der Einsatzabteilung für ihr wachsames Auge über ihre Jugend. Natürlich hatte der Rathauschef auch eine Unterstützung für den Jubilar Jugendfeuerwehr mitgebracht, die er dem Jugendwart überreichte. In seiner Ansprache erwähnte der Bürgermeister auch ein persönliches „Jubiläum“: Der frühere Ortsbrandmeister Heinz Demel ist 70 Jahre alt geworden. Dazu wird ihm die Gemeinde noch gratulieren.
„Gute Arbeit“
Kreisjugendwart Benedikt Peters war ebenfalls zum Jubiläum der Jugendfeuerwehr nach Kriftel gekommen und bescheinigte der Wehr, dass sie eine „gute Nachwuchsarbeit“ leiste. Er wünschte ihr, dass sie diese in Zukunft fortsetzen werde und übergab eine Unterstützung. Auch Bodo Knopf, Vorsitzender der Gemeindevertretung, wandte sich an die Jugendlichen und dankte für ihre Bereitschaft zu Engagement, und Ausbildung. Er überreichte eine weitere Unterstützung im Namen der Gemeindevertretung.
Übung und Fahrzeugschau
Die Feuerwehr nahm das Jubiläum zum Anlass, der Bevölkerung erneut Einblick in die moderne Wehr- und Fahrzeugtechnik zu geben. Eine Fahrzeugschau, eine Demonstration von Schutzbekleidung und eine Ausstellung über 50 Jahre Jugendfeuerwehr in Kriftel fanden starkes Interesse bei den Besuchern. Höhepunkt des Jubiläums war aber die große Schauübung auf der Schulstraße, die modernes Retten und Bergen aufdeckte, wie es die Jugendfeuerwehr bereits beherrscht.
Nach einem simulierten Unfall von zwei Fahrzeugen fuhr die Wehr an. Die Jugendfeuerwehr begann mit der Absicherung der Unfallstelle und tat dann das Gebotene. Sie barg einen Verletzten mit aller Umsicht aus seinem Fahrzeug. Um an ihn heranzukommen, musste zunächst das Fahrzeug über das Heraustrennen der Scheiben geöffnet werden. Die Besucher verfolgten die Handhabung der Technik dafür. Danach wurde das Dach des Fahrzeugs abgetrennt. Beim zweiten Auto war es nötig, einen vermeintlichen Motorbrand nicht aufkommen zu lassen. Es wurde gelöscht.
Nach der gelungenen Übung kam starker Beifall für die Jugend auf. Mit Grill und Geselligkeit in der Sommersonne wurde das Jubiläum weiter gefeiert. Die Wehr bot ihren Gästen auch verschiedene Aktivitäten an, die auch sehr gerne angenommen wurden: „Bungee-Run“ ähnelt dem gleichnamigen Springen, läuft aber ebenerdig ab und ist auch etwas für weniger Abgehärtete. Ebenfalls beliebt waren die Kletterwand und das Angebot Kinderschminken.
„Spiele ohne Grenzen“ mit 90 Teilnehmern
Bereits am Samstag hatte die Krifteler Feuerwehrjugend in der Gemeinde „Spiele ohne Grenzen“ veranstaltet und die Jugendwehren aus den Kommunen des Main-Taunus-Kreises dazu eingeladen. Das Programm der Spiele bestand aus einem Bobby-Car-Rennen auf dem Rathausparkplatz, einem Wettbewerb auf dem Platz von Airaines, bei dem Luftballons über Strahlrohre in möglichst kurzer Zeit aufgeblasen und zum Platzen gebracht werden mussten und einer Schlauchboot-Fahrt auf dem Weiher im Freizeitpark.
Zudem mussten die insgesamt rund 90 Teilnehmer in elf Gruppen auf einem Fragebogen mehrere Fragen über Kriftel beantworten. Weil das für die Krifteler Wehrjugend natürlich einfacher war, startete sie bei den Spielen „außer Konkurrenz“. Am Ende siegte eine Gruppe aus Wicker vor den Teams aus Niederjosbach und Bremthal. Ihnen wurden schöne Pokale überreicht.
md |
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