Kriftel. Schwarzer Rauch drang gestern Abend aus den
Fenstern des Asylbewerberheims an der Raiffeisenstraße. Fünf Jugendliche
hatten in der inzwischen leer stehenden Flüchtlingsunterkunft gezündelt
und ein Feuer verursacht.
Übungsleiter Thomas Rieger und sein Kollege Andreas Möller hatten sich
dieses Szenario für die unangekündigte Übung der Feuerwehr ausgedacht,
die um 18.51 Uhr mit Sirenengeheul alarmiert wurde. Ausgestattet mit
Brandschutzkleidung und Atemschutzgeräten, die sie bereits auf dem Weg
zum Einsatz angelegt hatten, suchte sich ein vierköpfiger Trupp seinen
Weg in das verrauchte Haus. Hier hatten die „Brandstifter“ Rieger und
Möller mit entzündetem Diesel eine echte Gefahrenlage geschaffen, die
nach 17 Minuten gelöscht war. Mit einem „heißen Einsatz“ die Motivation
der Aktiven zu fördern nennt Rieger einen Grund für diese realitätsnahe
Übung, mit der außerdem die Einsatzfähigkeit auf den Prüfstand gestellt
wird.
Kritisch bewertet Rieger allerdings,
dass nur 16 der insgesamt 37 Aktiven, von denen viele Schichtarbeiter
sind, im Einsatz waren. „Im Ernstfall hätten wir aus Hofheim Verstärkung
nachfordern müssen,“ spricht der Zugführer ein Problem an, mit dem immer
mehr Wehren zu kämpfen haben. Aus Angst, möglicherweise ihre Stelle zu
verlieren, verlassen bei Alarm immer weniger Feuerwehrleute ihren
Arbeitsplatz, weshalb die Krifteler Feuerwehr demnächst gezielt Aktive
werben will.
Insgesamt war Übungsleiter Rieger jedoch gestern Abend „sehr zufrieden“
mit der Leistung der Einsatztruppe. (ulk)














