Einsatzarchiv:
| Tag, Datum: | 08.08.2001 | Einsatznummer: | 054 | ||||||||||||
| Ort: | L3018 | Stichwort: |
hpklemm |
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| Meldung: | schwerer Verkehrsunfall, mit Folgebrand | ||||||||||||||
| Kräfte: | viele | ||||||||||||||
| Fahrzeuge Kriftel: | ELW, HLF8, LF16, TLF16 | ||||||||||||||
| Andere Kräfte: | Feuerwehr Hofheim, Rettungsdienst, Notarzt, Leitender Notarzt, Organisatorischer Leiter Rettungsdienst MTK, Rettungs- und Polizei Hubschrauber, Polizei, Staatsanwaltschaft, Straßenmeisterei, Presse, Brandschutzaufsicht (KBM & KBI) | ||||||||||||||
| Maßnahmen: |
Die Freiwillige Feuerwehr Kriftel wurde zu einem brennenden PKW auf die Landstraße L3018 zwischen Hofheim und Zeilsheim gerufen. Als der Einsatzleitwagen der Wehr mit dem stellvertretenden Gemeindebrandinspektor nach 3 Minuten ausrückte änderte sich die Meldung der Art, dass Personen in dem Fahrzeug eingeklemmt seien. Zeitgleich wurde die Feuerwehr Hofheim, der Rettungsdienst, sowie der Leitende Notarzt und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst durch die Zentrale Leitstelle des Main Taunus Kreises mitalarmiert. Als erstes Löschfahrzeug rückte das LF 16 aus. Der Fahrzeugführer ließ auf Grund der Einsatzmeldung sofort Sirenenalarm auslösen.
An
der Einsatzstelle angekommen bot sich folgendes Bild:
Verkehrsunfall
zwischen zwei PKW, einer davon im Vollbrand. Zwei Personen die aus dem einem
brennenden PKW geschleudert wurden. Zwei eingeklemmte Personen in dem zweiten
PKW. Für die sich noch in dem brennenden PKW (Typ BMW 3er-Reihe) befindlichen
beiden Personen kam bereits zu diesem Zeitpunkt jede Hilfe zu spät. Erste Löscharbeiten
waren von den Kollegen der Feuerwehr Hofheim mit dem Großtanklöschfahrzeug
eingeleitet worden. Diese wurden vom Angriffstrupp des LF16 aus Kriftel unter
Umluft unabhängigem Atemschutz unterstützt. Der beteiligte Opel Vectra wurde durch den Aufprall so auf die Leitplanke geschleudert, dass die Gefahr des rückwärtigen Abrutschens am Hang bestand. Durch die sofort eingeleiteten Sicherungsmaßnahmen über den Rüstwagen der FF Hofheim, sowie durch das Hilfeleistungsfahrzeug aus Kriftel konnte der verunfallte PKW gesichert werden. Während dieser Maßnahmen wurde begonnen, nach Absprache mit dem Rettungsdienst, den Fahrer des Vectra aus dem Fahrzeug zu retten. Er wurde schwerstverletzt mit einem Rettungswagen unter Notarztbegleitung einer Frankfurter Klinik zugeführt. Während der Rettungsaktion liefen aus dem beschädigten Tank des Vectra größere Mengen Kraftstoff aus, die sofort aufgefangen wurden. Ein Schaumrohr stand in Bereitstellung. Seine Beifahrerin, sowie eine junge Frau welche aus dem BMW geschleudert wurde, erlagen noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen. Die zweite aus dem brennenden Fahrzeug geschleuderte Person wurde vom Rettungshubschrauber Christoph 2 mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Frankfurter Klinik geflogen.
Während
der gesamten Lösch- und Rettungsmaßnahmen und anschließenden Ermittlungs-
und Bergungsarbeiten wurde die L3018 zwischen der ARAL-Tankstelle und dem
Autobahnanschluss durch die Polizei voll gesperrt, was zu erheblichen
Behinderungen im abendlichen Berufsverkehr führte. Ermittlungen wurden von
Polizei und Staatsanwaltschaft noch vor Ort aufgenommen. Mit einer sogenannten
Stereomesskamera mussten aus allen Blickwinkeln Bilder gemacht und kleinste
Spuren gesichert werden. Nach Abschluss der Ermittlungen durch Sachverständige,
und der Polizei konnte mit dem Räumen der Unfallstelle begonnen werden. Der PKW
mit den zwei bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Insassen musste, um die Arbeit
des Gerichtsmediziners zu ermöglichen, mit dem Wechsellader der Feuerwehr
Hofheim zu einem Abschleppunternehmen in der Nähe verbracht werden.
Im
direkten Anschluss an den Einsatz fand im Krifteler Feuerwehr Gerätehaus eine
Einsatznachbesprechung unter der Leitung des KIT (Krisen Interventionsteam) Main
Taunus statt. Viele der eingesetzten Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst
nahmen an der Aussprache teil. Diese Nachbesprechung dient vorrangig dazu, das
Erlebte und die verbliebenen Eindrücke zu verarbeiten. Besonders lobte man die sehr gute und qualifizierte Zusammenarbeit von Feuerwehr und Rettungsdienst.
Noch während dieser Besprechung mussten fünf Kameraden der Feuerwehr Kriftel
mit dem Hilfeleistungsfahrzeug zu dem Abschleppunternehmen fahren. Dort wurden
die beiden durch Verbrennung zu Tode gekommenen Unfallopfer, mit Hilfe des
hydraulischen Rettungsgerätes, im Beisein von Polizei und Gerichtsmedizin
geborgen.
Zu
diesem folgenschweren Unfall bei dem insgesamt 4 Menschen ihr Leben verloren und
2 Personen schwerstverletzt wurden, kam es auf Grund der zu hohen
Geschwindigkeit seitens des BMW-Fahrers und vermutlich zusätzlich durch
Aquaplaning. Der gesamte Einsatz war gegen 22:30 Uhr beendet. |
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| Bilder: |
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